🏔️ Hochtour12. August 2015

Weissmies-Überschreitung mit Biwak

ca. 3 Minuten Lesezeit

Die wunderschöne Weissmies-Überschreitung ist eine der beliebtesten Viertausender-Touren im Wallis. Für mich ist es bereits das vierte Mal, dass ich diesen genussreichen Viertausender besteigen durfte. Berichte aus den Vorjahren finden sich hier: Weissmies-Überschreitung (2009)Von Mattmark zum Weissmies (2013)🥾Weissmies-Überschreitung (2014).

Die Prognosen für den Donnerstag waren schon seit längerem hervorragend, und ich wollte mit meiner Studienkollegin Fabienne eine Wanderung unternehmen. Am Mittwochnachmittag plötzlich die Idee: Wieso nicht eine Hochtour, wenn Temperaturen von mehr als 30 Grad erwartet werden? Eine gute Stunde später sitze ich bereits mit vollbepacktem Rucksack im Zug von St.Gallen nach Visp, und Fabienne eilt in Zürich umher, um noch steigeisenfeste Bergschuhe und Steigeisen zu organisieren.

Als wir um 21 Uhr in Saas-Almagell ankommen, geht ein warmer Sommertag zu Ende. Auf dem Dorfplatz spielte eine Blaskapelle. In der Abenddämmerung steigen wir auf dem Wanderweg hoch in Richtung Almagelleralp. Kurz davor, beim Stafel, finden wir einen geeigneten Biwakplatz. Weil es warm und trocken ist, lassen wir das Zelt eingepackt und schlafen unter freiem Himmel. Das lohnt sich heute besonders wegen den vielen Sternschnuppen (Perseiden)!

Um 3 Uhr weckt uns der Wecker und nach dem Frühstück beginnen wir mit dem langen Aufstieg. Als wir bei der Almagellerhütte vorbeikommen, sind bereits alle Seilschaften in Richtung Zwischbergenpass gestartet. Wir kommen aber gut voran und können einige davon überholen.

Morgenstimmung am ZwischbergenpassMorgenstimmung am Zwischbergenpass
Ein erster Blick auf die Viertausender von Rimpfischhorn bis MischabelEin erster Blick auf die Viertausender von Rimpfischhorn bis Mischabel

Nach dem Zwischbergenpass – inzwischen ist es hell und die Viertausender rundherum leuchten bereits in der Morgensonne – begeben wir uns schnell mal an den Felsgrat und steigen auf diesem hoch bis zum Vorgipfel.

Sonnenaufgang. Monte Rosa und StrahlhornSonnenaufgang. Monte Rosa und Strahlhorn
Ein formschöner Berg: Pizzo d'Andolla / PortjengratEin formschöner Berg: Pizzo d'Andolla / Portjengrat
Deshalb lohnt sich das frühe Aufstehen!Deshalb lohnt sich das frühe Aufstehen!

Die Schneefelder nordöstlich des Grates, auf denen sonst hochgestiegen wird, sind deutlich kleiner als sonst. Deshalb lohnt es sich kaum, sich das An- und Abziehen der Steigeisen anzutun. Erst auf dem Vorgipfel montieren wir die Steigeisen und gehen über den schönen Gipfelgrat zum höchsten Punkt. Obwohl heute einige Seilschaften unterwegs sind, haben wir den Gipfel für ein paar Minuten für uns alleine.

Auf dem Grat, kurz vor der Felsstufe, die uns noch vom Gipfel trennt.Auf dem Grat, kurz vor der Felsstufe, die uns noch vom Gipfel trennt.
Blick zum Laggin- und Fletschhorn. Hinten das Bietschhorn.Blick zum Laggin- und Fletschhorn. Hinten das Bietschhorn.
Eine weitere Seilschaft kommt auf dem Gipfel an.Eine weitere Seilschaft kommt auf dem Gipfel an.

Unterdessen ist es 10 Uhr und es bilden sich immer mehr Quellwolken. Auch der Gipfel ist bald einmal vom Nebel umhüllt und wir begeben uns an den Abstieg. Obwohl das Biwakmaterial noch auf der Almageller-Seite liegt, beschliessen wir auf der Hohsaaser Seite abzusteigen – den eindrücklichen Abstieg über den Triftgletscher wollen wir uns nicht entgehen lassen. Auch hier sind die Verhältnisse deutlich anders als in den vergangenen zwei Jahren: Es haben sich einige grosse Spalten im oberen Bereich des Gletschers aufgetan. Eine Spalte kann im Abstieg nur noch mit einem beherzten Sprung überwunden werden; im Aufstieg muss diese Passage grossräumig umgangen werden. Auch der untere Bereich der Abstiegsroute präsentiert sich anders: Der Übergang vom Gletscher auf den Weg zum Hohsaas ist deutlich mühsamer geworden.

Der vergletscherte Abstieg. Oben sind die Verhältnisse gut, weiter unten wird der Schnee sehr sulzig.Der vergletscherte Abstieg. Oben sind die Verhältnisse gut, weiter unten wird der Schnee sehr sulzig.
Blick zurück. Im Vordergrund die Spalte, die im Abstieg übersprungen und im Aufstieg umgangen werden muss.Blick zurück. Im Vordergrund die Spalte, die im Abstieg übersprungen und im Aufstieg umgangen werden muss.
Blick zurück. Hier besser nicht zu lange stehen bleiben. Die Eisschlaggefahr ist beträchtlich.Blick zurück. Hier besser nicht zu lange stehen bleiben. Die Eisschlaggefahr ist beträchtlich.
Blick vom Gletscherrand über den zerklüfteten Triftgletscher.Blick vom Gletscherrand über den zerklüfteten Triftgletscher.

Nun kommt nach der Kür noch die Pflicht: Der lange Weg vom Hohsaas runter zur Weissmieshütte und zum Kreuzboden, und von dort weiter via Höhenweg um das Trifthorn herum zurück ins Almagellertal, wo Zelt, Schlafsack und Kocher auf uns warten.

Auf dem Höhenweg zurück ins AlmagellertalAuf dem Höhenweg zurück ins Almagellertal
Alp Stafel - Hier finden wir einen geeigneten BiwakplatzAlp Stafel - Hier finden wir einen geeigneten Biwakplatz

13 Stunden nach dem Start am frühen Morgen stehen wir wieder auf dem Dorfplatz in Saas-Almagell und erwischen gleich noch das nächste Postauto, das uns zurück nach Visp bringt.

Kurzinfos
  • Datum

    12. August 2015

  • Region

    Wallis

  • Teilnehmer

    Alex

    Fabienne S.

  • Höhenmeter

    2640m Aufstieg

    2640m Abstieg

  • Schwierigkeit
    WS
    II
    T3